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02.05.2020

Zwei Wochen nach Corona-Restart: EVH Bonn Rhein-Sieg Euskirchen e.V. sieht Handel und Innenstädte bedroht

In einem Schreiben an die Landesregierung fordert der EHV die Öffnung der Gastronomie

Nach der zweiten verkaufsoffenen Woche für Einzelhändler in Nordrhein-Westfalen zieht der Einzelhandelsverband Bonn Rhein-Sieg Euskirchen e.V. (kurz EHV) eine kritische Bilanz. Trotz zunehmender Zahl der Passanten in den Innenstädten wird wenig gekauft und der erhoffte Zuspruch blieb bisher aus. Seit Montag dürfen zwar auch große Geschäfte wieder öffnen, wenn sie ihre Verkaufsfläche auf 800 qm reduzieren, doch die Corona-Krise hinterlässt weiterhin tiefe Spuren: Zuletzt hatte der Textil-Einzelhändler SiNN, nach AppelrathCüpper, Kaufhof und Karstadt ein Schutzschirmverfahren beantragt.

„Der Einzelhandel ist akut bedroht – nicht nur in der Region, sondern in ganz Deutschland. Mit ihm stehen tausende Arbeitsplätze und Existenzen auf dem Spiel“, betont Jannis Vassiliou, Vorsitzender des EHV Bonn Rhein-Sieg Euskirchen e.V. „Wir begrüßen die Wiedereröffnung von Museen und Spielplätzen. Doch was wir jetzt brauchen, ist eine Wiederbelebung der Innenstädte und das geht nur durch die Öffnung der Gastronomie. Der vorgelegte Drei-Stufen-Plan, der dies erst im zweiten Schritt vorsieht, wird dafür nicht ausreichen. Deswegen haben wir uns erneut an die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen gewandt.“

In einem Schreiben an Joachim Stamp, stellvertretender Ministerpräsident des Landes und Prof Dr. Andreas Pinkwart, Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie, fordert der EHV Bonn Rhein-Sieg Euskirchen e.V. eine umgehende Öffnung der Gastronomie unter Einhaltung von strengen Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen. Weiter verweist der EHV auf die kürzlich getroffenen Lockerungen des Nachbarlandes Rheinland-Pfalz, welches ab Montag die Flächenbeschränkung von 800 qm für den Handel aufhebt. Andere Bundesländer haben die Regelung ebenfalls gestrichen. Das sollte auch für NRW gelten, sagt Jannis Vassiliou: „Es ist nur konsequent, allen Geschäften gleiche Chancen und Möglichkeiten einzuräumen. Aktuell darf ein Möbelhaus mit 3.000 qm die volle Verkaufsfläche öffnen, doch große Einkaufshäuser müssen sich weiterhin auf 800 qm beschränken. Das Corona-Virus macht bei der Fläche jedoch keinen Unterschied. Was den entscheidenden Unterschied macht, ist vielmehr die Einhaltung von Sicherheitsabständen und Hygienemaßnahmen sowie ein achtsames Miteinander. Dass wir dazu im Stande sind, haben Kunden wie Einzelhändler in den letzten Wochen gezeigt.“

Es ist nun umso wichtiger, den Handel vor Ort zu unterstützen. „Im Namen aller Einzelhändler möchten wir Sie aufrufen, vor Ort zu kaufen, statt bei großen Internetanbietern zu bestellen. Die Lieferung großer Versandhandelskonzerne mag auf den ersten Blick bequem erscheinen, doch denken Sie auch an die hoffentlich blühenden Innenstädte, auf die wir uns alle nach der Corona-Krise freuen und die es ohne Ihre jetzige Unterstützung vielleicht so nicht mehr geben wird“, schließt Jannis Vassiliou.